Barfußschuhe für Herbst und Winter?

Viele von Euch kennen sicher das Problem: der Sommer ist vorbei und so langsam kommt der feuchte Herbst, bis dann der Winter und damit die Kälte Einzug hält. Es wird immer schwieriger barfuß zu gehen, denn nicht jeder ist kälteunempfindlich. Ich gehöre auch zu diesen Menschen. 6 Monate im Jahr bin ich auf meinen Tarasoles Barfußsandalen unterwegs, die oft genug in meinem Rucksack hinten verschwinden, weil ich jede Gelegenheit nutze ganz barfuß zu sein.

Für mich sind zwei Kriterien beim Gehen wichtig:

  1. Das Erden (auch Grounding/ Earthing genannt)
  2. Der Ballengang

Mit den Winterschuhen wird es schwierig Punkt 1 zu bedienen, denn ich kenne leider keinen einzigen deutschen Barfußschuhanbieter, der auf dieses Kriterium eingeht. Ich habe mich länger mit der Möglichkeit der Erdung beschäftigt. Wer sich dafür interessiert kann hier mehr darüber erfahren.

Es geht also weiter mit der Frage wie ballengang-tauglich die Barfußschuhe verschiedener Anbieter wirklich sind. Kinder sind von Natur aus VorfußgängerInnen. Bei sehr kleinen Kindern kann man das Phänomen gut beobachten. Durch unflexibles, steifes Schuhwerk und die Imitation der Eltern (die zu 98% Fersengänger sind) verlieren die Kinder recht bald ihr natürliches Gangmuster. Für die meisten von uns Erwachsenen ist es schwierig sich an den Ballengang rück-zuerinnern. Aus diesem Grund habe ich das Ballengang-Yoga entwickelt. Der Körper erlernt – beinah ganz von selbst – durch diese Übungen den „verschütteten“ Ballengang.

Besonders für Menschen, die in der Gang-Umstellung sind, ist es wichtig, dass alle ihre Schuhe eine größtmögliche Freiheit aufweisen. Besonders an der Fessel, denn diese gilt es wieder zu lösen. Auch die Zehen erfreuen sich an uneingeschränkter Ausdehnung. Um mit dem Vorfuß zuerst den Boden berühren zu können, benötigt der Fuß die Freiheit sich vollständig frei erdwärts hängen zu lassen, wie in diesem Video erklärt.

Welche Herbst- und Winterschuhe sind aus diesem Blickwinkel für uns BallengängerInnen geeignet? Ich habe sie in diesem Video für Euch getestet:

Beim Kauf sollten wir auf folgende Punkte achten:

  • Flexibilität der Sohle
  • Null Sprengung (Absatz) und kein Fußbett
  • großer Zehenraum
  • weiches Obermaterial
  • ausreichende Wärmeisolierung
  • optimale Höhe des Schuhs

Da der Ballengang eine spiral-dynamische Bewegung des Fußes erfordert, sollte die Sohle weich und flexibel sein. Auch wenn es viele Barfußfirmen propagieren, ist hierbei die dünne Sohle nicht vorrangig. Natürlich ist das Barfußgefühl bei einer 2mm Sohle am stärksten, doch für die Bewegung nicht als erstes Kriterium entscheidend. Da die Ferse in der letzten Phase des Schrittes vollständig zum Boden kommen sollte und sich hierbei die Achillessehne ausdehnt, ist es von Bedeutung, dass keine Sprengung der Sohle vorhanden ist. Ansonsten kann dies zu einer Verkürzung der Sehnen führen. Doch Vorsicht: als Anfänger mit Barfußschuhen ist dies die schmerzhafteste Fehlerquelle, denn wenn sich die Achillessehne erst über viele Jahre verkürzt hat, benötigt sie einige Zeit um sich wieder auszudehnen. Praktiziere täglich mit oder ohne Barfußschuhe das Ballengang- Yoga (hier findest Du den Online-Kurs „Die Online Ballengangschule“).

Ausreichend Zehenraum bedeutet, dass Du Deine Zehen frei bewegen kannst und mindestens einen knappen Daumen breit Platz vorn im Zehenraum hast. Dies gilt für alle geschlossenen Schuhe! Besonders Kinder leiden an viel zu engen Schuhen und gewöhnen sich daran, um es ihren Eltern recht zu machen (die übrigens auch viel zu oft zu kleine Schuhe tragen).

Leider wird auch dem Obermaterial wenig Beachtung geschenkt. Sind die Materialien schadstoffarm? Sei dir jederzeit bewußt, dass besonders über die Füße viele Gifte in Deinen Körper gelangen können. Wir leben in einer Schwermetall- belasteten Zeit. Sehr viele konventionellen Schuhe fluten Deinen Organismus mit Chrom, Kupfer, Quecksilber, die bei der Gerbung des Leders verwendet werden. Aber auch die Kunststoffe veganer Schuhe können hochtoxisch sein. Schwermetalle können von der Mutter an das Neugeborene im Mutterleib weitergegeben werden. Immer mehr Kinder kommen zu uns als kleine PatientInnen und klagen über Fehlstellungen und Gangschwierigkeiten. Also liebe Eltern, ein kurzer Exkurs für Euch an dieser Stelle, eure Kinder benötigen nicht nur Barfußschuhe sondern auch immer häufiger eine Schwermetallausleitung.

Erfahre hier mehr über sinnvolle Ausleitungskuren.

Zurück zu den Winterschuhen. Welches Modell finde ich persönlich geeignet für den Ballengang? Mein persönlicher Favorit – und glaubt mir, ich habe ihn viele Jahre gesucht und gehofft dass es ihn endlich geben wird  – ist der Freet Bootee oder Freet Mudee. Leider sind viele Barfußschuh-Hersteller Fersengänger und haben deshalb Schuhe entwickelt, die die natürliche Bewegung der Füße nicht vollständig ermöglichen. Der klassisch-übliche Winterschuh ist leider so konzipiert, dass er weit über den Knöchel geschnitten ist. Vorne wird er geschnürt oder als enger Stiefel angefertigt. An dieser Stelle bekommen alle VorfußgängerInnen ein Problem: der Fuß wird abgeschnürt und kann deshalb nicht locker nach unten hängen. Je höher der Schuh desto unmöglicher wird der Ballengang. Wie hoch darf der Schuh höchstens geschnitten sein? Achte darauf dass er möglichst hinten circa 3-4 Finger breit über der Ferse aufhört, da Du ansonsten in den Fersengang gezwungen wirst! Ich erkläre dieses Phänomen in Minute 14 dieses Films:

 

Aus diesem Grund ist der Freet Bootee und Mudee zu meinem Lieblingsschuh für die kalte Jahreszeit geworden. Hinten über der Ferse ist er etwas nach unten ausgeschnitten und ermöglicht dem Fuß beim Gehen dadurch ein lockeres Absenken des Ballens. Das Obermaterial des Bootee ist angenehm weich und gleichzeitig warm. Für nasse Tage bevorzuge ich den Freet Mudee. Das vegane Obermaterial ist warm, weich und wasserfest. Diese beiden Modelle sind außerdem als Wanderstiefel empfehlenswert. Die leichte Poroneinlage bietet auf längeren Strecken eine sanfte Dämpfung. Die minimalistische und nicht beengende Kappe bietet auf steinigen Wegen Schutz vor Zehverletzungen.

Erfahre mehr über diese wunderbaren Barfußschuhe in diesem Video:

 

Hoffentlich habe ich Euch mit meiner Begeisterung  angesteckt. Ich habe Andrew von der Firma Freet kontaktiert und wollte natürlich wissen, ob diese Schuhe in China auch nachhaltig und fair hergestellt werden. Er versicherte mir, dass alle Materialien nachhaltig und schadstoffarm seien. Die Schuhe werden in einem kleinen Familienunternehmen hergestellt. Ich konnte auch für meine Community ein besonderes Angebot aushandeln:

Erhaltet mit dem Gutscheincode „Sabine“ (ohne Gänsefüßchen an der Online Kasse einlösen) 25% auf alle Freet Modelle!

Ihr solltet unbedingt darauf achten den Schuh eine bis zwei Nummern größer zu bestellen, bitte schaut dazu in die Größentabelle der Firma und meßt eure Füße genau aus. Ungefähr 1  bis 1,5 cm solltet ihr vorn dazu addieren.

Leider habe ich noch keine Kinderschuhe getestet, da ich selbst keine Kinder habe.

Ab März werden wir wieder die Tarasoles Barfußsandalen produzieren. Mit diesen Sandalen kommen viele Kinder prima zurecht. Außerdem können sie nach Wunsch durch eine Kupferniete geerdet werden.

Schaut doch mal rein in unsere Tarasoles Manufaktur. Und vergeßt bitte nicht Euch unten auf der Webseite für den Newsletter einzutragen.

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Bleibt gesund und beweglich!

Sabine Schumacher                                                                                                    Heilpraktikerin für ganzheitliche Fuß-, Gelenk- und Rückengesundheit