Heute habe ich einen kleinen Ausflug mit meinen Tarasoles Sandalen nach Potsdam zum Neuen Palais unternommen. Als ich in der sonnigen Herbststimmung einmal um das Schloß herumwanderte, fiel mir bei den Steinstatuen auf, dass die alten Römer und ihre wunderschönen Jungfrauen fast alle Huarache-Barfußsandalen an die Füße geschnürt hatten! Warum war mir das noch niemals aufgefallen? Natürlich wollte ich sofort wissen welchen Ursprung diese Sandalen haben und vor allem: wie haben sich diese Legionäre damit durch die Welt bewegt?

Zuhause habe ich bei Wikipedia folgende Zeilen recherchiert:

Die Caligae (Singular: Caliga) waren die Marschstiefel des römischen Militärs, die von der Römischen Republik bis in die hohe Römische Kaiserzeit von den Legionären getragen wurden. Ihr Name ist nach Isidor von Sevilla abgeleitet von dem harten Leder (callus) oder von der Tatsache, dass sie gebunden wurden (ligare).[1] Caligae werden häufig als eine Art Sandale beschrieben, bestanden allerdings im Gegensatz zur typischen Sandale nicht aus einer mit Riemen am Fuß gehaltenen Sohle, sondern aus einem den Fuß fest umschließenden, vielfach durchbrochenen Oberschuh, der zusammen mit der obersten Lage der Sohle aus einem Stück gefertigt wurde. (Quelle: Wikipedia)

Mein Herz schlug beim Anblick der fürstlichen Füße mit ihren antiken Barfußsandalen ein ganzes Stück höher.

Interessant auch, das das Wort „gebunden werden“ auf lateinisch mit „ligare“ übersetzt wird. Könnten dann die „Legionäre“ übersetzt die „Gebundenen“ sein? Was nichts anderes bedeutet als dass sie nach ihrem gebundenem Schuhwerk benannt wurden!

Bei genauerem Betrachten fiel mir außerdem auf, dass die Sohlen der Sandalen (Caligae) weich und flexibel waren und keinerlei Fußbetten aufwiesen. Auch die Schnürung ist beinahe identisch mit den Huarache Sandalen der Tarahumara aus den Copper Canyons, Mexiko.

Bei experimentalarchäologischen Versuchen erwiesen sich Caligae als robust und dem Fuß gut Halt gebend. Durch die Schnürung an der Vorderseite konnte die Caliga in gewissem Umfang an die Fußform und die Bedürfnisse des Trägers angepasst werden. Die offene Konstruktion erlaubt das Eindringen von Schmutz und Wasser, die den Schuh aber genauso leicht wieder verlassen können, während die gute Belüftung der Ansammlung von Schweiß und damit der Bildung von Blasen vorbeugte. (Quelle: Wikipedia)

Also wußten schon die alten Römer, dass Sandalen bei Schmutz, nass-kaltem als auch heißem Wetter immer eine gute Alternative zu geschlossenem Schuhwerk böten. Sei es auf der Jagd oder einem Feldzug, der gute alte Römer, und auch die bildschönen Römerin waren tagein-tagaus mit geschnürten Sandalen unterwegs. Wer mich schon länger kennt und meine You Tubes regelmäßig anschaut kann sich an dieser Stelle sicher denken welche Frage mir durch den Kopf ging:

Waren die alten Römer mit ihren Barfusssandalen vielleicht sogar Vorfußgänger?

Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten:

Auf sehr hartem Boden schützten Caligae den Fuß allerdings nicht vor Erschütterungen, was teilweise durch eine angepasste Gehweise mit Aufsetzen der Zehenballen vor der Ferse kompensiert werden konnte. (Quelle: Wikipedia)

Auch diese Bilder lassen keinem Zweifel mehr Platz:

 

Die antiken Legionäre waren tatsächlich Ballengänger! Die Füße der Steinstatuen weisen fast immer einen hängenden, lockeren Fuß auf, der beim Schreiten zuerst den Boden berührt. Die Ferse setzt hierbei erst zum Schluß des Schrittes auf. Wenn sich ein Römer viele Kilometer zu Fuß bewegte, hatte dies nicht nur eine gelenk- und rückenschonende Funktion. Bei der Jagd war diese Bewegungsform außerdem von Vorteil. Das vorfüßige Gehen und Laufen ist leiser und vertreibt nicht die Beute. Der Jäger ist als Ballengänger wendiger und deshalb schneller.

Ob es auch schon zu Zeiten der Legionäre Fußfehlstellungen wie Hallux Valgus oder Hammerzehen gab? Mir fiel bei meinem Rundgang immer wider auf, wie muskulös und kräftig die Füße in den Barfusssandalen aussahen! Bis auf diese beiden Exemplare habe ich nur wohlgeformte Füße gefunden 🙂

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