Sind Senk-, Spreiz, Knick- und Hohlfüße tatsächlich angeboren und deshalb unheilbar?

Solange die Füße nicht schmerzen oder Probleme beim Bewegen verursachen, wird ihnen wenig Beachtung geschenkt. Oft treten Fußprobleme aber nicht aus heiterem Himmel auf, sie kündigen sich über längere Zeit, meist unbemerkt, an. Symptome wie Schmerzen in der Fußsohle beim Auftreten oder ein leichtes Ziehen in der Achillessehne sind meist die ersten „Vorboten“. Was kann man tun um ernsthaften Fußschäden frühzeitig vorzubeugen?

Eine gezielte Fußtherapie benötigt Zeit und auch Eigeninitiative. Über viele Jahre hat der Körper ein Haltungsmuster entwickelt, oft eine Schonhaltung, immer in der liebevollen Bemühung den Organismus vor Schmerzen und Schäden zu schützen.

Vielleicht klingt es seltsam, doch jede „Fußfehlstellung“ ist eine Genialität der Natur- sie sollte nur richtig verstanden werden.

Der Körper hat seine eigene Logik. Der menschliche Organismus ist darauf ausgerichtet sich viel zu bewegen und umherzulaufen. Doch wie sieht unsere tägliche Lebensweise aus? Sorgen wir dafür, dass sich der Körper frei bewegen darf, so oft er es einfordert? Wann macht sich das erste Unwohlsein beim Sitzen bemerkbar? Gerade beim stundenlangen Arbeiten am Computer verkrampfen sich gern die Bauchmuskeln, was sich wiederum auf die gesamte Körperstatik auswirken kann.

 

Was hat die Haltung des Kopfes mit  Fußfehlstellungen zu tun?

Man kann es leicht selbst probieren: Beim Gehen wird der Bauch fest nach Innen gezogen und der Kopf hängengelassen. Wie wirkt sich das auf den Gang aus? Wenn die Ferse stark auf den Boden aufschlägt, werden dadurch circa 60 Kilo Gewicht in die gesamte Gelenk- und Knochenkette übertragen. Die Schuhindustrie hat eine reichhaltige Auswahl an gedämpften Sportschuhen. Doch können diese den Körper vor dieser Erschütterung bewahren? Die Antwort heisst Nein. Viele Langstreckenläufer erleiden einen Fersensporn, der sich wie ein Nagel in der hinteren Fußzone bemerkbar macht. Hier verordnet der Orthopädie die vielfältigsten Therapien, bis hin zur Auflösung des Sporns.

Um Fuß, Gelenk- und Rückenprobleme nachhaltig selbst zu regenerieren ist ein hohes Maß an Willenskraft nötig. Denn Fußprobleme haben weniger mit den Füßen selbst zu tun, sondern sind der Ausdruck einer jahrelangen Fehlhaltung des Körpers.

Ein weit verbreitetes Phänomen ist der Knickfuß. Er tritt häufig in Verbindung mit dem Senk- und Spreizfuß auf. Grundsätzlich beeinträchtigt der Knickfuß die Statik des Körpers. Hierbei werden die Knie beim Gehen zu weit nach Innen gedreht (X-Beine), was Knieprobleme zur Folge haben kann.

Zusätzlich wird bei der X-Beinstellung das Becken blockiert und unbeweglich, was zu Schmerzen und Verspannungen im Lendenwirbelbereich führen kann. Ist die Hüfte nicht mehr frei beweglich, führt dies unweigerlich zu einem verstärkten Abrollen über die Ferse. Bei längerem harten Auftreten kann dies einen Fersensporn begünstigen.

Wird die Fußmuskulatur nicht genügend trainiert, hat dies in den meisten Fällen ein kollabiertes Fußgewölbe zur Folge. Zuerst senkt sich die Innenseite des Fußes (Senkfuß). Um dies auszugleichen, entwickelt der Körper an der Innenseite des Großzehs einen knöchernen Auswuchs ( Hallux Valgus). Hierdurch versucht der Fuß das nach innen kollabierte Fußgewölbe abzustützen. Der Hallux ist sozusagen ein „Fußständer“, der die Körperstatik versucht zu kompensieren. Wenn er einfach weggeschnitten wird, und ansonsten die Arbeit an der Körperstatik ausbleibt, hat nur eine optische, chirugische Veränderung stattgefunden. Das ursprüngliche Problem bleibt weiterhin bestehen.

Wie können Fußprobleme nachhaltig regeneriert werden?

Sind konservative Einlagen eine Möglichkeit? Hierbei wird das Fußgewölbe mit Material „unterfüttert“ und Druckstellen entlastet. Dabei wird der Fuß in eine bestimme Lage gepresst. Aus Sicht der Orthopäden, die leider wenig Zeit für ihre PatientInnen haben, sind Einlagen eine dauerhafte Notwendigkeit bei Fußdeformationen. Bei Schmerzen kann dies kurzfristig Linderung verschaffen, doch welche „Nebenwirkungen“ können auftreten?

Einlagen unterbrechen die natürliche Bewegungsfreiheit des Körpers und lassen wichtige Muskeln verkümmern!

Was kommt nach den Einlagen? Die Überweisung zum Physiotherapeuten oder zur Massage ist oft der nächste Schritt für Fuß- und SchmerzpatientInnen. Meistens werden die verschriebenen Therapien passiv am Menschen vorgenommen. Der Patient wird zwar behandelt, doch erhält er nur im seltenen Fall eine ganzheitliche Betrachtung seiner Körperstruktur oder eine Gang- und Laufberatung. Wer von uns kann sich an einen Termin beim Orthopäden erinnern, bei dem er oder sie den Gang auf und ab laufen sollte, damit sich der Therapeut ein Bild vom individuellen Gangmuster machen könnte?

Ursachen falscher Bewegungsmuster

Wenn Fußprobleme durch „falsche“ Bewegungsmuster entstehen, reicht es dann aus sie auf der Liege passiv zu behandeln? Und was sind die Ursachen für unsere Bewegungsmuster, die wir uns über Jahrzehnte angeeignet haben? Zuerst sollte dabei das Schuhwerk betrachtet werden. Ist es mit einer weichen und flexiblen Sohle, möglichst ohne steifes Fußbett, ausgestattet? Hat der Fuß ausreichend Platz, so das die Zehen nicht gestaucht werden und sich frei bewegen können?

Schuhe entscheiden über unsere Bewegungsmuster und sollten sich der natürlichen Beschaffenheit der Füße anpassen und nicht umgekehrt!

Im Sommer sollte ausreichend Luft an die Füße kommen, um Fußpilz durch Hitzestau zu vermeiden. Aus diesem Grund sind Barfußsandalen eine gute Alternative. Im Zeitalter der Schuhindustrie sind die Schuhe auf Größen genormt. Dadurch ist es mit außergewöhnlichen Fußformen schwierig den passenden Schuh zu finden. Wenn möglich sollten die Schuhe maßgefertigt sein. Sind Fußdeformationen (Fehlstellungen), wie zum Beispiel ein Hallux valgus vorhanden kann es zu einem „Schuhproblem“ kommen, denn hier werden genormte Schuhgrößen zur Qual. Achten Sie auf ausreichend Beweglichkeit der Zehen im Schuh!

Immer mehr Menschen steigen auf Barfußschuhe um. Viele Menschen erhoffen sich dadurch eine nachhaltige Lösung ihrer Fußprobleme. Doch ist dies wirklich so einfach? Genügen Barfußschuhe und das Weglassen starrer Einlagen um sich von Schmerzen, Verspannungen und Fußfehlstellungen zu befreien? Oft liest man in den Social Medias von zahlreichen spontanen „Wunderheilungen“ durch den Umstieg auf Barfußschuhe.

Vor 12 Jahren bin ich selbst auf Barfußschuhe „umgestiegen“. Meine Knie standen kurz vor einer Operation und ich litt an Schmerzen beim Gehen und Laufen. Schon ziemlich bald wurde mir klar, dass mein Körper jahrzehntelang in einer „falschen Statik“ herumlief. Plötzlich nahm ich beim Gehen zahlreiche Verspannungen war, die ich in den Schultern, der Hüfte und in den Beinen erspüren konnte. Durch die Barfußschuhe bekam ich Muskelkater, was für mich ein Hinweis darauf war, das sich mein Organismus umstellte und neu strukturierte. Nach einigen Tagen hatte ich Schmerzen in den Fersen. Durch die Beobachtung von Kindern und deren Bewegungsmuster entdeckte ich den „Ballengang“ und las daraufhin das Buch „GODO“ von Dr- Peter Greb. In den darauffolgenden Monaten „durchging“ ich einen interessanten Forschungsprozess. Ich versuchte meinen Körperschwerpunkt beim Gehen auf den Vorfuß zu verlagern und weniger über die Ferse abzurollen. Was ich damals noch nicht begriff, war, dass der „Ballengang“ weniger mit den Füßen als mit dem gesamten Körperhaltung zu tun hatte. So „stakste“ ich viele Jahre in meinem „selbstgebastelten“ Ballengang über die Straßen von Berlin. Ich durchlief zahlreiche Schmerzphasen, die mich aufforderten mein Gangmuster immer wieder zu korrigieren. Nach einigen Jahren begriff ich den „Ballengang“ und mein Körper fühlte sich leicht und entspannt an, meine Knie schmerzten nicht mehr beim Laufen (ich entkam der OP)! Meine Füße fühlen sich kräftig und gut durchblutet an bei jedem Schritt. Im Letzten Jahr bin ich sogar mit meinen Barfußsandalen und auch ganz barfuß 600km auf dem Pilgerweg in Portugal unterwegs gewesen. Der schweren Wanderstiefel hatte ich mich längst entledigt.

Im Laufe der Jahre entwickelte ich meine eigenen Barfuß- Therapie Sandalen, die ich heute in meiner Naturheilpraxis als „alternative Einlagen“  maßanfertige. Mit diesen Sandalen ist es möglich auf den „Ballengang“ umzusteigen, denn die Sohlen sind durch die orthopädischen Materialien sehr weich und passen sich dem Fuß ganz natürlich an. Anfangs rate ich zu dem „Asphalt-Modell“, mit Therapiemagneten oder einer Erdungsniete, um Entzündungen und Durchblutungsstörungen  vorzubeugen.

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Jede Therapie beginne ich mit einer ausführlichen Diagnose und Körperstatik-Analyse. Ein individuell abgestimmter naturheilkundlicher Therapieplan wird für die nächsten Wochen erstellt. Der Körper sollte entgiftet und entsäuert werden. Auch der Wasser- und Mineralstoffgehalt des Körpers wird überprüft. Danach wird das Gehen und Laufen gemeinsam mit den PatientInnen „neu erlernt“. In den darauffolgenden Stunden verlassen wir den Praxisraum und arbeiten im Grünen intensiv an einer gesunden Körperhaltung. Das bisherige Gangmuster wird hinterfragt und erforscht. Dadurch gelangt der Mensch zurück zu seiner natürlich genetisch angelegten Gangart. Ziel der Therapie ist ein entspannter und neu ausgerichteter Körper. Bei hartnäckigen Verspannungen und Wirbelfehlstellungen arbeite ich zusätzlich mit einem „Holzlöffel“ und zeige den PatientInnen wie sie selbst zuhause an sich weiterarbeiten können.

Jede Therapie sollte ein hohes Maß an Eigenverantwortung und -arbeit der PatientInnen beinhalten.

Möchtest Du meine Arbeit und die Fuß-, Gelenk- und Rückentherapie kennenlernen?

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Die Tarasoles Barfußsandalen kannst Du hier bestellen.

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